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Paschen im Salzkammergut

Paschen im Salzkammergut
Aufgrund der historischen Quellen, in denen die Bezeichnungen der Tänze und Bewegungselemente des Ländlers dokumentiert wurde, könne bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als erstmals durch die beginnende Volkstanzpflege die Tänze in allen ihren Einzelheiten aufgezeichnet wurden, keine eindeutigen Aussagen über den genauen Tanzablauf der heute im Salzkammergut gebräuchlichen Tänze und im Falle einer Erwähnung über die Art und Weise des Klatschens gemacht werden.

Da die erste Transkription des Paschens 1891 von Josef Pommer in Fuschl am Fuschlsee erstellt wurde und nach Aussagen der Gewährsleute um Ausseerland bereits in den 1880-er Jahren gesechstert wurde, ist anzunehmen, dass zumindest ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in der heute üblichen polyrhytmischen Form gepascht wurde.

Zur Beantwortung der Frage, ob für die im Salzkammergut existierenden Paschvarianten Regionalstile oder Individualstile entscheidend sind, muss nach Angaben der Gewährsleute zwischen der Zeit vor und der nach dem 2. Weltkrieg unterschieden werden. So konnten vor dem 2. Weltkrieg großregionale Unterscheide zwischen dem Ausseerland und dem oberösterreichischen Teil des Salzkammergutes einschließlich dem Aberseegebiet festgestellt werden.

Im Ausseerland wurde und wird auch heute noch Wert auf einpolyphones, eines sich aus mehreren Stimmen vertikal zusammensetzendes Klangbild gelegt.

Neben den Vorpaschern, die das Grundmetrum schlagen, und dem Zuahipaschern, der im Ausseerland zwar variieren kann, aber meistens seinen „typischen“ Schlag (s. Steirer S. 58, Landler S. 106) ausführt, sollen an einem Pasch noch ein bis drei Sechsterer (Dritterer oder Achterer) beteiligt sein. So liegt der Reiz dieser Paschart in der nuancierten Betonung der einzelnen Achteln (beim Steirer) bzw. Sechzehntel (beim Landler), die durch die Ausführung mit verteilten Rollen entstehen.

Im oberösterreichischen Teil des Salzkammergutes und am Abersee wurde bis zum 2. Weltkrieg ein heterophones Klangstehende „Melodie“, angestrebt.
Hierbei schlagen die Vorpascher das Grundmetrum, während der Doppler (Zuahipascher), der zwischen die Schläge der Vorpaschen pascht, durch Setzen der Pausen ein „Melodie“ gestaltet, die er in jedem Paschgsetzl variiert.

Seit dem 2. Weltkrieg werden im oberösterreichischen und salzburgischen Teil des Salzkammergutes zum Vorpaschen und Doppeln auch Dritterer- oder Sechsterer-Schläge angebracht, die nach Aussagen der Gewährsleute vom Ausseerland übernommen wurden.

Gibt es heute hinsichtlich des Ablaufes des Sing- und Paschteiles noch eindeutig regionale Unterschiede zwischen den einzelnen Ortschaften des Salzkammergutes, so hängen die von der Paschern verwendeten Paschvarianten von deren Gruppenzugehörigkeit, die infolge der heute gegebenen Mobilität der Bevölkerung auch außerhalb der eigenen Ortschaft liegen kann, ab.

Anschließend kann gesagt werden, dass die Beliebtheit und die Häufigkeit des Paschens im Zunehmen ist, was sich darin zeigt, dass heute gerne auch zu Tänzen wie Polka, Marsch, Walzer und Schottisch, zu denen beim Tanz nicht gepascht wird, im Wirtshaus, in der Schützenstube oder bei privaten Zusammenkünften gepascht wird.

Quelle: Dissertation von Edith Krautgartner




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