Leonhard

LEONHARDIRITT
Die Segnung der Pferde findet im wesentlichen im Rahmen eines Rittes statt, in Österreich wie auch in Bayern unter "Leonhardiritt" bekannt. Wie kaum anderswo lässt sich der Leonhardiritt in Sarleinsbach von den einstigen Leonhardiwallfahrten in die Kirche St. Leonhard ableiten (Statue des hl. Leonhard, um 1500), die in der Zeit der Aufklärung geschlossen worden war, wohin der Ritt seit dem Jubiläum 1983 aber wieder führt.
REITERSPIELE
Verbunden mit zahlreichen Leonhardiritten (Weißenkirchen LA., Neukirchen a. d. V., St. Leonhard b. P.) schließen sich an die Festlichkeiten am Nachmittag Reiterspiele an, die den Reitern Gelegenheit geben, die Beherrschung ihres Pferdes unter Beweis zu stellen und deren Tradition Jahrhunderte zurückreicht.
Sein Attribut, die Kette, führte zu seiner Schirmherrschaft über Rinder und Pferde. Man zählt ihn zu den vierzehn Nothelfern und verehrte ihn vor allem in Süddeutschland und Österreich als Viehpatron. Man hielt Wallfahrten und Umritte ab und weihte ihm zahlreiche Kirchen.
Im Mittelpunkt stand am Leonharditag die Segnung der Tiere, die für die Bauern ja besonders wichtig waren und von deren Gesundheit und Leistungskraft wiederum der Erntesegen des Jahres abhing. Sehr verständlich, daß ein solches Bauernfest mit der Mechanisierung der Landwirtschaft und im Zeitalter der Trecker und Mähdrescher einem Bedeutungswandel unterliegt bzw. ganz zum Erliegen kam, bis es vor allem in den 30er Jahren eine Renaissance erlebte: 1931 Pettenbach-Heiligenleithen (anlässlich der 500Jahr-Feier der Kirche), 1945 St. Leonhard bei Pucking, 1937 Sarleinsbach über Anregung des B.F. "Neues Leben", 1946 Desselbrunn, Weißenkirchen i. A., 1951 Neukirchen a. d. V., ...
Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




