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Weltspartag

Weltspartag
Anlässlich des 100jährigen Bestandsjubiläums einer der damals und auch heute noch größten Sparkassen der Welt, der Mailänder Sparkassa, trafen sich mehr als 1000 Delegierte aus aller Welt zum 1. Internationalen Sparkassenkongress Ende Oktober 1924.

Dem Sparverbund, seinen Methoden und Zielsetzungen schenkte man angesichts der Existenzbedrohung der "arbeitenden Klassen und des Mittelstandes" durch die Inflation besonderes Augenmerk. Die österreichische Sparkassenorganisation griff die Mailänder Empfehlung auf, den Tag des Abschlusses dieses Kongresses als "Spartag" zu erklären und feierte am 31. Oktober 1925 den ersten Weltspartag. Es ging dabei nicht um materielle Erfolge, war doch erst am 20.12.1924 die endgültige Stabilisierung der Währung durch die Einführung der Schillingrechnung (10 000 Papierkronen = 1 Schilling) erfolgt. Das Motto "Spare mit allem, mit Deinem Geld, Deiner Zeit und Deiner Kraft" bewirkte den Einsatz aller verfügbaren Medien - Radio, Zeitungen, Flugblätter, Plakate, Werbegeschenke, die den sparpädagogischen Aspekt unterstrichen. Das Hauptanliegen bestand im Versuch, Zusammenhänge zwischen Spartätigkeit des einzelnen und der gesamten Volkswirtschaft deutlich zu machen. Nach einem "nationalen Spartag" ab 1938 und einer kriegsbedingten Unterbrechung fand der erste Weltspartag nach dem Krieg erst 1952 statt. Durch Einbeziehung von Politikern, Spitzenpersönlichkeiten und Prominenz aus dem Sport versuchte man, Aufmerksamkeit zu erregen. Zusätzlich zu den Geschenken bilden zahlreiche Unterhaltungsprogramme (besonders beliebt sind bereits seit den 60er Jahren stattfindende Kasperltheateraufführungen) einen Anreiz für einen Bankbesuch, der sich schon längst vom "Geschenktag" zum "Aktionstag", ja sogar seit den 70er Jahren zu einer "Aktionswoche" gewandelt hat.

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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