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Nationalfeiertag

Der Abzug des letzten Besatzungssoldaten am 26.10.1955 von österreichischem Staatsgebiet wurde zum Anlaß genommen, den bis dahin am 12. November begangenen Staatsfeiertag der 1. Republik auf den 26. Oktober als "Tag der Fahne" zu verlegen. 10 Jahre später benannte ihn der Nationalrat um in "Nationalfeiertag", in dessen Mittelpunkt nun der in der Verfassung festgehaltene Wille zur Unabhängigkeit und immerwährenden Neutralität steht.

Abgesehen von verschiedenen Gedenkfeiern und Militärmusikkonzerten ist dieser Feiertag ein bevorzugter Termin für die Angelobung beim Bundesheer.

Alle öffentlichen Gebäude, Autobusse und Straßenbahnen sind beflaggt. In den Kindergärten und Schulen werden ebenfalls oft Fähnchen aus Papier oder Stoff gebastelt.

VOLKSWANDERTAG
Seit 23 Jahren verwandeln sich 100.000e Österreicher am 26. Oktober in Wanderer und nehmen nach dem damals geborenen Motto "Fit mach mit" an den im ganzen Bundesgebiet von verschiedensten Vereinen, Organisationen oder Gemeinden mit Unterstützung der Bundessportorganisation veranstalteten Volkswanderungen teil. Nach Zurücklegen einer bestimmten, meist nicht besonders langen Wegstrecke erhält man ein Abzeichen.

Vorbild für diese "Fitmärsche" sind die seit 1963 in Amerika durchgeführten "Kennedy-Märsche".

Der Nationalfeiertag am 26. Oktober jeden Jahres soll den Österreicher daran erinnern, daß Freiheit und Unabhängigkeit eines Staates keine Selbstverständlichkeit sind; er soll auch daran gemahnen, dass alle politischen Kräfte wie jeder einzelne verpflichtet sind, diese kostbaren Güter eines Landes und Volkes nicht leichtsinnig aufs Spiel zu setzen.

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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