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Almabtrieb

Almabtrieb
Im Herbst wird das Vieh von den Almen, wo das Futter knapp würde, ins Tal getrieben. Die Termine für den Almabtrieb variieren, bevorzugt werden aber Michaeli (29. 9.) und die "Goldene Nacht" (= 1. Samstag nach Michaeli).

"Wurde der Schmuck für den Almabtrieb früher auf der Alm selbst hergestellt, so geschieht dies nun oft schon im Winter oder Frühjahr im Tal. Die Spitaler Bäuerinnen arbeiteten tagelang, um den traditionellen Schmuck für den Almabtrieb anzufertigen. Der Stier erhält einen Grössing', das ist ein kleiner Christbaum. Für die Kühe gibt Hals- und Stirnbörtl sowie Hörnerschoadn."
Peter Stögmüller, Spital a. Pyhrn, 1989

Da zwei Drittel der 331 Almen in Oberösterreich eine wirtschaftliche Bedeutung für den Fremdenverkehr haben, überrascht die Tatsache nicht weiter, daß meistens ein "Rahmenprogramm", etwa ein Standlmarkt oder ein Frühschoppen, beim Almabtrieb geboten wird.

"Die Rinder sind mit Halskränzen aus Reisig geschmückt. Der Stier bekommt ein Nadelbäumchen zwischen die Hörner gesetzt, und die Glockenkuh bekommt einen hohen Aufsatz mit einem Spiegel. Alle Rinder tragen aus Kreppapier gefertigte Hörnerschraden und Stirnberchtln."
Werner Kiesenhofer, Spital a. Phyrn

"Das Kranzzeug wird aus Almrauschkraut und/oder Tannenreisig gebunden; Buntpapierschneckerl und bunte Papierrosen werden mit eingeflochten. Der Stierboschen' für den Stier besteht aus einem Fichtenwipfel mit bunten Bändern geziert. Die Glockenkuh trägt den Kranz mit dem Spiegel."
Friedrich Wiener, Bad Ischl, 1992

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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