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Sonnwendfeuer

Sonnwendfeuer
Berichte bezeugen Johannisfeuer bereits für Anfang unseres Jahrtausends in Deutschland. Als Termin für ein Sonnwendfeuer wurde der Vorabend von Johannis gewählt und erst in den letzten Jahrzehnten auf die astronomische Sonnenwende, den 21. Juni, vorverlegt.

SONNWENDHANSL UND -GRETEL
Im Sonnwendfeuer werden oft zwei Strohfiguren verbrannt: Hansel und Gretel. Mit erbettelten alten Kleidern werden sie angezogen und an eine lange Stange gesteckt, die bisweilen bis unten eingestroht ist, Gretel zuoberst, Hansel tiefer. Die Stange wird in den Boden gerammt, ringsum wird das Feuerholz aufgeschlichtet. Manchmal ist es nur eine Strohfigur, der Sunawendhansel.

Vorstellungen von der sinnbildhaften Darstellung der Sonne durch Feuer und Rad mögen ursprünglich vorhanden gewesen sein. Aber in der Zeit des Nationalsozialismus bemächtigte man sich des Sonnwendfeuers und stilisierte es zum höchsten Kultfest eines altgermanischen Sonnenmythos hoch. Ideologischer Mißbrauch und politische Propaganda sollten bei heutigen Sonnwendfeuern vergangen sein. Trotzdem bleibt der Brauch für manche Veranstalter belastet.

Die Bestandteile des Sonnwendfeuers müssen erst zusammengetragen werden:

Die Buben bringen im Laufe des Sonnenwendetages zusammen: alte Besen, die das ganze Jahr hindurch in allen Häusern zusammengespart wurden, leere Pech- und Wagenschmierfäßchen, die Überreste vom Palm- und Maibaum, von Fronleichnamskränzen und jenen Stauden, die bei der Prozession am Fronleichnamsfeste bei den Segenstätten oder am Wege angebracht waren usw. Einige gehen im Dorf von Haus zu Haus und bitten um Brennholz und Krapfen als Lohn fürs Holzsammeln.

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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