Mariä Himmelfahrt

KRÄUTERWEIHE
In den Frauendreißigern gepflückte Kräuter sollen nach dem Volksglauben über eine besondere Heil- und Würzkraft verfügen. Das mag einer der Gründe sein, daß die Kirche für die Kräuterweihe - in Deutschland schon im 10. Jh. als liturgische Segnung verbürgt - den 15. August vorsah, konnte sie doch auf die Legende verweisen, daß die Apostel im Grab Mariens statt ihres Leichnams duftende Blumen gefunden hätten. Vom westlichen Österreich kennen wir diese Weihen schon länger, von Wien gibt es Belege von 1945 (nach Fochler S. 133), in Oberösterreich dürften es die OÖ. Goldhaubenund Kopftuchgruppen gewesen sein, die diesen Brauch in den 80er Jahren wieder aufleben ließen. Hauptsache des Geschehens ist das Weihenlassen verschiedener Heilkräuter und Blumen.
In den marianischen Gnadenstätten, die am 15. August ihr Patrozinium feiern, leitet der Große Frauentag die Wallfahrersaison ein. Während des Frauendreißigers - der dreißigtägigen Frist zwischen den Festen Mariä Himmelfahrt und Mariä Schmerzen (8. September) - werden in diesen Kirchen zu Ehren der himmlischen Fürsprecherin regelmäßig Andachten gehalten.
Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




