Allerseelen

An Allerseelen brennen auf vielen Gräbern Kerzen oder Ampeln mit Wachslichtern zum Gedächtnis der Toten. Sie werden auch vor Gedenktafeln oder an Gedächtnisstätten für Menschen entzündet, die für ihre politische oder religiöse Überzeugung starben oder die in Kriegen ihr Leben verloren haben.
Nicht nur innerhalb des Friedhofs und bei Gedächtnisstätten prägen der Blumenschmuck und das Lichtermeer der roten Grablichter den Allerseelentag, sondern auch an den Straßen, wo im vorangegangenen Jahr jemand tödlich im Straßenverkehr verunglückt ist. Bestehende Kreuze werden genau wie am Friedhof geschmückt, und an den Stellen, die nicht durch Gedenkkreuze gekennzeichnet sind, werden einfache weiße Kreuze an den Straßenrand gestellt, zur Erinnerung an die Toten, wohl aber auch als Mahnung für die Autofahrer.
Bald verbanden sich Vorstellungen von den irrenden toten Seelen, woraus sich die ausgeprägte Mildtätigkeit gegenüber den Armen und Bettlern an diesem Tag erklären lässt.
GRÄBERBESUCH und TOTENGEDENKEN
Genau wie zu Allerheiligen finden Gräberbesuche und Gedenkfeiern statt, wobei die eigenen Feiern für die in beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten zu erwähnen wären. Die Kranzniederlegung immer mit einer Schleife mit Spruchaufdruck - ist dabei genauso verbindlich wie das Lied vom "Guten Kameraden".
Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0



