Mariä Lichtmess

KRIPPENABBAU
Mariä Lichtmess galt neben dem Ende des ländlichen Arbeitsjahres auch als Ende der Weihnachtszeit und somit als letzter Termin, die Krippen abzubauen. Deshalb schließen auch viele Krippenausstellungen mit dem 2. Februar.
KERZENWEIHE
Heute liegt die Bedeutung des Tages hauptsächlich in der kirchlichen Segnung der Kerzen, die an diesem Tag vorgenommen wird, vor der allgemeinen Einführung der Elektrizität war sie aber noch viel größer. Es wurden dabei alle kirchlichen und häuslichen Vorräte an Wachs gesegnet.
"Am Lichtmesstag in der Früh ging alles zur Kirche, wobei ganze Körbe Lichtmesskerzl geweiht wurden. Einen großen Pack ließ der Bauer weihen. Aber auch alle Dienstboten kauften sich beim Krämer ein Bündel Kerzen zum Weihen. Es waren dies extra dünne, lange Kerzen in verschiedenen Farben. Auch schöne gelbe Wachsstöcke, die beim samstägigen Rosenkranz das Jahr über angezündet wurden, und schwarze Wetterkerzl für Gewitternächte wurden geweiht.
Nach dem Mittagessen am Lichtmesstag knieten alle in der Stube an die Fürbänke zum 'Lichtlrosenkranz'. Dies war für uns Kinder etwas Besonderes, es wurden dabei nämlich alle neugeweihten Kerzen angezündet. Sie wurden auf Holzteller, etc. aufgeklebt und auf den Tisch gestellt, was ein herrliches Lichtermeer ergab.
Auch beim Weihbrunnkessel wurden zwei Kerzen in Kreuzform aufgeklebt, sie sollten vor Hagelschlag schützen.
Der Lichtmesstag hat sich als Bettag für die Verstorbenen des Hauses und der Familie erhalten. Doch musste das Anzünden der farbigen Seelenkerzchen, die beim abendlichen Rosenkranz im Innviertel bis um 1939 abgebrannt wurden, aus Wachsmangel bisher unterbleiben."
Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




