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Haussegen und Räuchern

Haussegen und Räuchern
Da das Fest der Hl. Drei Könige als letzte der Rauhnächte gilt, der besondere Bedeutung zukam, versuchte man durch Schießen, Räuchern und Sprengen Unheil abzuwehren.

"Am Morgen in der Kirche hat der Pfarrer das Dreikönigswasser geweiht, auch Weihrauch und Kreide. Das alles wurde am Abend in den Häusern gebraucht, um das Haus auszusegnen. Dann hat der Vater am Abend glühende Holzkohle in das Bügeleisen getan und einige von den geweihten Weihrauchkörnern und vorjährigen Palmkätzchen draufgestreut. Nun ging der Vater mit uns Kindern durch alle Räume des Hauses, durch den Stall und alle Gebäude, um so die bösen Geister zu vertreiben. Ich trug das Weihwasserkesselchen und durfte mit einem Buchsbaumzweiglein Weihwasser hinsprengen, wo der Vater geräuchert hat. Mein Bruder Franz, der Älteste und Größte, durfte an allen Türen mit geweihter Kreide die Anfangsbuchstaben der Heiligen Könige anschreiben. K für Kaspar, M für Melchior und B für Balthasar. Zwischen jedem Buchstaben wurde ein Kreuz gezeichnet, dazu kam noch die Jahreszahl.
Das sah dann so aus: 19 K + M + B 28."

Vielfältig sind auch die Materialien und Formen der volkstümlichen Räuchergefäße. Sie reichen z.B. von einer kleinen Metallschaufel über kunstvolle Räucherpfannen bis hin zu Räucherschalen aus Keramik oder Räuchermanderln aus Holz. Hausweihen werden vorwiegend im Zusammenhang mit dem Sternsingen vorgenommen.
Zum Räuchern wird Weihrauch verwendet, das ist ein körniges, wohlriechendes Harz aus tropischen Ländern, dem noch andere aromatische Kräuter beigemengt werden können. Auf glühende Kohlen gestreut, entwickelt es einen starken weißen Rauch mit intensivem Geruch.

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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