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Fasching

Fasching
Obwohl vielerorts am 11. November um 11 Uhr 11 Minuten dei Faschingsbeginn gefeiert wird, sind Maskenbälle und Umzüge erst ab Dreikönig üblich. Die Herleitung der im bayrisch-österreichischen Raum gebräuchlichen Bezeichnung "Fasching" ist ebenso wenig geklärt wie diejenige der "Fastnacht" (möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit dem Beginn der Fastenzeit in katholischen Gebieten).

Parallel dazu fanden die Redouten der Adeligen mit Masken statt, zu denen Bürgerliche keinen Zugang hatten. Seit dem Barock stand der vom Hofnarren (wortgewandt und schlagfertig!) abgeleitete "Narr" (vgl. den Schußansager der Stachelschützen und Hanswurst-Gestalten oberösterreichischer Faschingszüge!) im Mittelpunkt, der seit der Übernahme der Karnevalsgesellschaft 1823 in Köln in den "Prinz Karneval" verwandelt wurde. Damit ging auch eine Wandlung zu einem mit großem finanziellen Aufwand und Reklameinteressen verbundenen Riesenumzug und vielen, bloßen Zuschauern einher. Die Vorbildwirkung und die Monopolstellung durch die Fernsehübertragung des gleichartigen Mainzer Karnevals mit Phantasieuniformen, vereinsmäßiger Organisation und eigenem Gruß ist durch Veranstaltungen wie dem "Villacher Fasching" seit 1955 mit seinem "Lei-Lei", den Büttenreden, dem Faschingsprinzenpaar, den Gardemädchen etc. zunehmend spürbar.

Auch für die Bezeichnung "Karneval" bieten sich verschiedene Herleitungen an: "... vom italienischen carne levale' (Fleisch aufheben) oder von der mittelalterlichen Scherzform carne vale' (Fleisch, leb wohl!)."
Der Karneval, wie wir ihn jährlich in der mehrstündigen Fernsehübertragung "Mainz bleibt Mainz wie es singt und lacht" miterleben können, (ähnlich dem berühmten Kölner, vor allem im Ruhrgebiet verbreiteten, Karneval), geht auf zünftische Vorbilder in den Rheinlanden im 18. Jh. zurück, deren Rolle nach den napoleonischen Kriegen vereinsmäßig organisierte Karnevalsgesellschaffen übernahmen (vgl. die Jakobinermütze des "Elferrates", die an den freiheitlichen Geist der Französischen Revolution erinnern wollte). Dazu kamen Einflüsse aus dem italienischen Karneval (z. B. Bajazzo), was zu dem auf den Straßen abgehaltenen, typisch großstädtischen Fest führte.

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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