Innviertler Maschkerer

Die Maschkerer waren noch bis nach dem 2. Weltkrieg überall dort, vo allem im Innviertel, zu finden, wo die "Zechen", Kameradschaftsbünde, Geltung hatten.
"Die Stubentür geht auf und schon rutscht der Rauchfangkehrer auf einer kurzen Holzleiter auf dem Boden herein. Da stürzt sich aber gleich der Teufel, ausgerüstet mit einer großen Scherenzange, auf den Rauchfangkehrer. Der Kasperl mit seiner kegelförmigen Mütze erscheint, sein weißes Gewand ist mit bunten Sternen besetzt. Sofort verjagt er mit seiner Peitsche den Teufel. Nun kommen die übrigen Maschkerer herein. Der Spielmann spielt auf seiner Ziehharmonika, lustig verkleidete Paare tanzen dazu. Ein grün gekleideter Jäger mit seiner Büchse ist auch dabei.
Das Alte Weib und der Alte Mann, der einen Buckelkorb am Rücken trägt, um gespendete Krapfen und Fleisch einzusammeln, kommen herein. Ein Schleifer bietet mit seinem Schleifstein seine Dienste an. Er schleift Messer und Scheren für eine kleine Gabe. Der Arzt mit seiner Tasche droht humorvoll mit der gefürchteten Spritze und stellt allerlei erfundene Krankheiten fest."
Es folgen der Heiratsvermittler, der Hausierer, der aus seinem Bauchladen allerlei Krimskrams anbietet, der Guckkastenmann, der Jäger, der Gendarm und schließlich ein wildes Tier mit seinem Bändiger. Alle versuchen auf ihre Art, ihre Dienste anzubieten und dafür Geld zu kassieren.
Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




