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Rauhnachtsingen

Rauhnachtsingen
"Vor 40 Jahren war es der jetzige Altbauer Michael Höfler, der das Rauhnachtsingen nach dem 2. Weltkrieg in den Dörfern Haselbach, Lamprechtswiesen und Schöffgattern wiederbelebte."

Am 5. Jänner treten in ganz bestimmter Reihenfolge maskierte Rauhnachtsinger auf, bei denen auch die Frauenrollen ausschließlich von Männern dargestellt werden. Während seines mit monotoner Stimme vorgetragenen "Gsetzels" geht jeder Sprecher mit langen Schritten unablässig in der Stube auf und ab, deutet seine Maske, kündigt die folgende Gestalt an und stellt sich in Habtachtstellung seitlich auf.

"Das Rauhnachsingen beginnt stets am 4. Jänner mit dem 'Verschreien' (ansagen). Verkleidet als Scherenschleifer, Rasierer, Würstelmann, Guckkastenmänner, Rauchfangkehrer und Schuhputzer begleiten die Männer den auf einem Pferd reitenden Ausschreier (Verschreier, Ansager), der bei jedem Haus das Rauhnachtsingen ankündigt:'Habt acht! Heut' ist d'Rauhnacht! Und wer nit Krapfen bacht, dem wird nöt g'sungen bei der Nacht! Der Anfang is beim ... (Hausname)!"

In den "Gsetzeln" der nachfolgenden Gestalten wie Hans von Fesakern (Pelzmantel, Maske, mit Strohquasten verzierter "Wurzelstock), Karizogn (ähnlich maskiert), dem Krapfeentrager (mit Stock und Buckelkorb) und dem Fleischnazl (wie sein Vorredner von Soldaten begleitet) geht es um Krapfen, Fleisch oder Essen ganz allgemein.

Zusammen mit dem "schiachen" Volk von Hexen, Rastelbindern, dem Teufel, dem Teufelsweib und dem Harpfennandl singen alle Gestalten des Rauhnachtspiels ein Lied, das mit dem folgenden Vers schließt:"Und wenn man aufs Jahr toan wiederkema, dann müaßt's ins halt wieda an Krapfn schenka!" (Das Rauhnachtsingen findet nicht jährlich statt, sondern in ca. 5jährigem Abstand. Zuletzt fand es 2001 in Nebelberg statt.)

Als "Nebelberger Rauhnachtspiel" ging dieses nur im nordwestlichen Gebiet des Bezirkes Rohrbach geübte Rauhnachtsingen erstmals 1929 in die Literatur ein. (Hans Commenda, Das "Nebelberger Rauhnachtsspiel", Zs. für Volkskunde, N.F.1, S.51ff, 1930). Es soll den Brauch aber bereits seit 1865 geben. Es handelt sich um ein am 4. und 5. Jänner stattfindendes Hereinrufspiel, das im Gebiet Julbach, Peilstein, Nebelberg und Kollerschlag von jeweils über 40 Männern zuletzt 1990 aufgeführt wurde.

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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