Aperschnalzen
Bis der Peitschenknall richtig "sitzt", heißt es für die Schnalzer fleißig üben. Kraft und Geschicklichkeit sind unbedingte Voraussetzungen für eine gefahrlose und elegante Handhabung der vier Kilo schweren und vier Meter langen Peitschen. Der erste Mann in der Reihe der Aperschnalzer heisst "Anschnalzer".
Das Peitschenende, das den Knall erzeugt, heißt Schmiss' und ist ein etwa 30 cm langer Seidenfaden, der oben mit einem Äugel' und zwei Knöpf' (=Knoten) versehen wird.
Wohl jeder Schnalzer hat als Anfänger schon "hautnahen" und schmerzhaften Kontakt mit seinem Requisit gehabt. Die Montur der Schnalzer ist der Anstrengung angepaßt: schwarze Stoffhose, weißes Hemd mit Bündel, ärmellose Samtjacke und eine schwarze Zipfelmütze mit gelber Quaste.
Weiters nehmen an der mit einem Turmblasen verbundenen beliebten Brauchtumsveranstaltung, zu der sich viele Zuschauer einfinden, das Linzer Bläserquartett, eine Gruppe der Prangerschützen sowie eine Goldhaubengruppe und Trachtenkapelle teil. Der Brauch des Neujahrsschnalzens feierte in Linz vor 60 Jahren auf dem Hauptplatz vor dem Rathaus Auferstehung. Über seine Bedeutung gibt es unterschiedliche Ansichten ...
Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0



