Sternsingen

"Drei Knaben, als Weise aus dem Morgenlande verkleidet, eine papierene Goldkrone auf dem Haupte, einer mit geschwärztem Gesicht, um den Mohrenkönig darzustellen, ein anderer mit einem papierenen Leuchtstern auf langer Stange, gehen von Haus zu Haus und singen ihre frommen, schlichten Weisen."
Dörrer/Schmidt, 1947
"Wie das Sternsinga' in Steyr wieder zum Leben erweckt worden ist, so hat dieser sinnige Brauch auch im Innviertler Dorf Gurten voriges Jahr (1920) fröhliche Urständ gefeiert ... Zum Sternsinga-Gehn waren Mädchen vom Dorf ausersehen ... Ihr Singen sollte auch klingende Münze einbringen. Die Kirchenkrippe war nämlich ... wesentlich erneuert worden ... In der ganzen Pfarre verlangte man den Besuch der Sternsinger und überall sagte man ,Aufs Jahr wiedakema'."
Heimatgaue, 2/1921, S. 271
Linzer Regesten B 1 A/5/5202 Sint, Directorium registraturae, tom 3, fol 25.
"Im Jahre 1925 führte Hr. OL Karl Seuffert mit dem von ihm verfassten und vertonten Lied zum ersten Male dieses 'von-Haus-zu-Haus-Singen'am Dreikönigstag ein."
Erika Neulinger, Hinterstoder, 1992
In den Nachkriegsjahren gab es neben den meist nachmittags auftretenden Kindern viele, sich vor allem aus dem Gesinde und Angehörigen von nicht bäuerlichen Besitzerfamilien und aus der arbeitenden Bevölkerung rekrutierende, Erwachsene, die dem Sternsingen zu einer Blüte verhalfen. Durch die zunehmende soziale und finanzielle Besserstellung kam es aber bald zu einem starken Rückgang.
Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0



