Christi Himmelfahrt

ERSTKOMMUNION
Der erstmalige Empfang der Kommunion trifft heute Kinder der zweiten Volksschulklasse (8-9jährige) nach der Vorbereitung durch Religionslehrer, Tischmütter und Eltern. Als Termin wird nun Christi Himmelfahrt bevorzugt, obwohl daneben auch der "Weiße Sonntag" vorkommt. Im 17./18. Jh. kam die Sitte der Erstkommunion an diesem Tag auf, wobei nicht theologische Gründe ausschlaggebend waren, sondern vielmehr der bürgerliche Jahresrhythmus (Schulschluss ...).
Um die Jahrhundertwende handelte es sich noch um ein rein kirchliches Fest, das heute weltlich stark erweitert wurde. Ähnlich kleinen Bräuten kleidete man die Erstkommunikantinnen in lange weiße Kleider mit Blumenkränzchen (vor allem Myrthe) und Schleier, die Buben in festliche Anzüge mit weißer Masche oder weißer Schärpe.
Durch die Entdeckung des Festes als Tag der Repräsentation kam es zum Konkurrenzkampf um das schönste Kleid, dem viele Pfarren einen Riegel vorgeschoben haben, mit Kleiderordnungen, z. B. gleichartige Kutten aus dem Besitz der Pfarre zum Entlehnen oder Tracht. Wichtigste Requisiten neben der schön verzierten Kerze sind Geschenke wie Rosenkranz, ein verziertes Gebetbuch und Andenkenbildchen, die meist Bezug auf das Sakrament der Eucharistie nehmen.
In der Apostelgeschichte wird vom vierzigmaligen Erscheinen des Herrn und seiner anschließenden Himmelfahrt berichtet, die man seit dem späten Mittelalter szenisch darzustellen versuchte, indem man Holzfiguren des Auferstandenen durch die noch heute vielfach vorhandenen Öffnungen im Kirchengewölbe hochzog (z. B. Gramastetten), die allerdings nicht dafür, sondern zur Belüftung und für Reparaturmaßnahmen vorgesehen waren.
BITTTAGE
Montag, Dienstag und Mittwoch vor Christi Himmelfahrt gelten als Bitttage, zu denen bereits im 6. Jh. (Bitt-) Prozessionen belegt sind, wie im ländlich agrarischen Raum zahlreiche Flurumgänge stattfanden. Das "Kornfeldbeten" hat noch heute - allerdings terminlich nicht an die Bitttage gebunden - Bestand. Dabei ziehen kleinere Gruppen von Gläubigen zu Bildstöcken und Kapellen und erbitten durch (Rosenkranz-) Gebet und Litaneien den Segen für die Felder und Schutz vor Unwettern.
Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




