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Ostersonntag

Ostersonntag
Der 3. Tag des Triduum sacrum, der drei heiligen Tage, steht ganz im Zeichen der Auferstehung, wurde im Frühchristentum allerdings nicht besonders gefeiert, weil die Gottesdienste des Vorabends bis in die Morgenstunden dauerten. Die Osterfeier des Papstes mit seiner anschließenden Ansprache und die Erteilung des Segens "Urbi et orbi" (... der Stadt und des ganzen Erdkreises) kann im Fernsehen beinahe in der ganzen Welt mitverfolgt werden.

EIERPECKEN
Von Ostermontag bis zum "Weißen Sonntag" ist"Peckertäg", wobei die Eierspiele ganz allgemein seit dem 1. Weltkrieg abgenommen haben.

OSTERHASE
Natürlich legt nicht der Osterhase die Eier, er gilt aber dennoch vor allem seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. als das Ostertier. Die Ursprünge, wie der Hase zu den Eiern kam, lassen sich nicht nennen. Handelt es sich um eine Verbindung von gleichen Zinsterminen, um eine Fehlinterpretation von Lamm-Gebildbroten oder um eine Verquickung der beiden auf Grund ihres Symbolgehaltes, der Fruchtbarkeit? Jedenfalls gilt der Osterhase als Eier- und Gabenbringer, der bestenfalls in der Schokoladen-, Papier- und Geschenkartikelindustrie "Mitbewerber" wie Hühner- und Entenküken sowie Lämmer neben sich dulden muß. Diese scheinen aber nur als österliches Symbol (wie z. B. Glocken, Eier) auf und nicht als Hauptakteure dieses Schenktermins.

SPEISENWEIHE
Schon aus dem 3. jh. sind Berichte über Segnungen von Milch und Honig, später auch von Käse und Eiern überliefert, also von Nahrungsmitteln, die während der 40tägigen Fastenzeit nicht genossen werden durften. Das röm.-kath. Benediktionale sieht für Ostern gleichfalls eine Speisensegnung (für Fleisch, Brot und Eier) vor.

OSTERSTRAUSS
So wie in der Vorweihnachtszeit in fast jedem Haushalt ein Adventkranz steht, findet sich heute wohl ebenso häufig zu Ostern ein Osterstrauß in den Wohnungen. Auf Grund fehlender Forschungen läßt sich über das Alter dieses offenbar recht jungen Brauchs wenig sagen. Bei der Art des Schmucks aber kann man eine zunehmende Vielfalt von Eierverzierungen und ein Anwachsen des Formenschatzes ganz allgemein beobachten. Längst gehören neben Eiern (auch aus Holz, Wachs, Glas oder Plastik) und gefärbten Hobelspänen, auch Henderln, Hasen, Nesterln, Vögel und Küken zu jenen Dekorationen, wie sie vor allem auf Ostermärkten angeboten werden.

Gleichzeitig beginnt mit dem Ostersonntag die fünfzigtägige Freudenzeit (Pentecoste), die bis Pfingsten reicht. Der Ostersonntag wird auch als Freudenfest gefeiert mit allen Elementen, die ein Fest kennzeichnen: dem österlich geschmückten Tisch, besonderen Speisen, dem Verstecken und Suchen der Ostereier und -geschenke ...

OSTEREI
Das Ei als Fruchtbarkeitssymbol ersten Ranges, als Sinnbild des Lebens, ist untrennbar mit dem Osterfest verbunden. Ein Grund dafür liegt darin, daß während der 40tägigen Fastenzeit das strenge Verbot der Kirche herrschte, Eier oder Eierspeisen zu verzehren, die Legeleistung der Hühner in diesem Zeitabschnitt aber besonders ergiebig war. Gleichzeitig galt Ostern auch als Eier- und Zinsabgabetermin (Grundherrschaft, Geistlichkeit, Ratscherbuben ... ).
Das Färben - früher vor allem rot (Rot stand für das Blut Christi) und Verzieren von Eiern geht Jahrhunderte zurück. 1615 wird in Straßburg erstmals von "verzierten Ostereiern" berichtet, mit denen man Freunde beschenkt.

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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