Ostern und Osternacht

OSTERNACHT
Der bedeutendste Gottesdienst des Jahres muß seit der Neuordnung der Karwoche 1955 nach Einbruch der Dunkelheit in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag - der sogenannten "Osternacht" stattfinden. Hierbei wird die Auferstehung Christi in den Mittelpunkt gestellt, der durch seinen Tod die Menschen erlöst hat.
Feuerweihe - Ein Element der Osterliturgie ist die Feuerweihe. Das Osterfeuer wurde früher ausschließlich außerhalb der Kirchen entfacht. Beim Einzug der Osterkerze entzünden die Gläubigen ihre Kerzen daran.
Seit einigen Jahren wird ein fast vergessener Brauch wieder belebt: Männer legen - in einem Ring - gebündelte Holzscheitel aus verschiedenen Holzarten (z.B. Fichte, Tanne, Lärche, Buche, Eiche, Apfel, Kirsche u.a.) in die Glut des Osterfeuers und lassen sie ankohlen. Die Scheitel werden als Bündel entweder auf dem Dachboden oder im Heizraum aufbewahrt oder in den Boden des eigenen Gartens gesteckt.
Wasserweihe - Neben dem "Exultet" (benannt nach dem Liedanfang "Exultet angelica turba coelorum" = "Frohlocket, ihr Engelschöre der Himmel"), dem Halleluja, dem Gloria-Läuten und dem ausführlichen Gottesdienst, spielt auch die Wasserweihe eine wesentliche Rolle in der Osterliturgie, in deren Verlauf Weih- bzw. Taufwasser gesegnet und das Taufgelöbnis erneuert wird.
Weit umstrittener ist allerdings die Erklärung des deutschen Ostern, englischen eastern, das immer wieder mit der Frühlingsgöttin Ostara in Zusammenhang gebracht wird. Möglicherweise handelt es sich aber vielmehr um eine falsche Übersetzung: albis als "Morgenröte" (=althochdeutsch eostarun) anstelle von "Woche in weißen Kleidern" für "habdomada in albis". Gemeint war der achttägige Zeitraum nach Ostern, in dem frühchristliche Täuflinge weiße Kleidung trugen. Als Termin entschied sich das Konzil von Nizäa 325 für den Sonntag nach dem 1. Vollmond nach der Tag- und Nachtgleiche des Frühlings, was bewirkt, daß Ostern auf einen Termin innerhalb eines Zeitraums von 5 Wochen fallen kann.
Ganz der jüdischen Tradition folgend, die Passion und Tod Jesu betonte, setzte sich Passa/Passah (vom lat. passio = Leiden) als inhaltlicher Schwerpunkt gegenüber Rom und anderen Kirchen durch, die die Auferstehung in den Mittelpunkt stellten.
Teil der frühchristlichen Passahfeiern war das 1-6tägige Fasten, das zur Vorbereitung auf die Festzeit galt.
Vielleicht nicht so sehr in Verbindung mit Ostern als vielmehr mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeit, des Frühlings, steht der "Osterputz" in vielen Haushalten, obwohl natürlich inhaltliche Parallelen hergestellt werden können.
Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0



