Palmsonntag

PALMBUSCHEN
In Ermangelung von Palmen und Ölzweigen wie sie für Prozessionen in südlichen Ländern vorhanden sind und sich auch bei uns zunehmender Beliebtheit erfreuen, verwendet man für die Palmbuschen in unseren Breitengraden grüne Zweige - vor allem Weiden-/Palmkätzchen, denen man bestimmte Bedeutungen zuordnete, die heute schon oft vergessen sind.
Das eigentliche Binden der Buschen erfolgt meist am "Pålmbindatåg", dem Samstag vor dem Palmsonntag.
In Erinnerung an diesen Einzug bekam der Palmsonntag seinen Namen. Es handelt sich dabei um den Sonntag vor Ostern, der die Karwoche einleitet. In Jerusalem ist aus dem Jahr 390 bereits eine Palmprozession überliefert, bei der der Bischof die Rolle Jesu übernahm. Palmen galten seit der Antike als Zeichen der Hoffnung, des Lebens, des Sieges, weshalb sie das Attribut der Märtyrer sind. Auch heute ist der Tag gekennzeichnet durch Palmweihe und -prozessionen, bei denen früher hölzerne Palmesel mitgeführt wurden, die heute so gut wie nur mehr in Museen zu finden sind.
Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




