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Maibaum

Maibaum
Wie die Nacht von Pfingstsonntag auf -montag gilt auch die Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai als Unruhnacht, in der Unordentlichkeit, Nachlässigkeit, aber auch moralische Verfehlungen angeprangert werden.

MAIBAUMSTEHLEN
Mit der Beschaffung, dem Schmücken und dem meist festlich umrahmten Aufstellen des Maibaums verbindet sich auch das Stehlen, das nach lokal sehr unterschiedlichen Gesetzen abläuft. Bei diesen Diebstählen konnten die Burschengruppen verschiedener Orte ihre Zusammengehörigkeit erneuern, gegeneinander in Konkurrenz treten und ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.

MAIBAUMKRAXELN
Auch beim Maibaumkraxeln ging es um einen Wettkampf. Die Burschen konnten ihren Mut, ihre Geschicklichkeit und Kraft unter Beweis stellen und die Rangordnung innerhalb der Gruppe unterstreichen.

Andererseits ehrt man hochgeschätzte Personen durch die Aufstellung von Maibäumen, wie sie schon unter Maria Theresia derartig überhand genommen haben dürften, daß immer wieder Verbote ausgesprochen wurden.

Seit einigen Jahren hat sich die schöne Sitte des Maibaumsetzens wieder sehr eingebürgert. Bei vielen großen Bauern fast in jedem Ort und Markt ragt nun wieder der hohe Zeuge des Mai empor, 20, ja oft 30 und mehr Meter hoch. Überlieferungsmäßig ist der Stamm weiß geschält, oben mit einem buntbebänderten Tannenbäumerl geschmückt, oft auch mit (2 bis) 3 Kränzen aus Tannenreisig und farbigen Fahnen, wehenden Bändern und Schleifen geziert, als Stolz und Freude der ganzen Haus- oder Dorfgemeinschaft.

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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