Karfreitag

KARFREITAGSSPEISEN
Bis Mittag wurde meist gar nichts gegessen oder nur eine Einbrenn-, Erbsen- oder "Beigelsuppe", da Karfreitag als besonders strenger Fasttag galt.
HEILIGES GRAB
Ausgelöst durch die Pilgerfahrten ins Heilige Land errichtete man bereits im frühen Mittelalter Nachbildungen des Heiligen Grabes von Jerusalem in den bestehenden Kirchen. Ihre Blütezeit erlebten sie im Barock, wovon noch zahlreiche Kalvarienbergkapellen (z.B. Traunkirchen, Bad Ischl,
St. Margarethen bei Linz) Zeugnis ablegen.
GRABWACHE
Von verschiedenen Gruppen und Vereinen - führend sind heute die Bürgergarden - wird häufig eine Grabwache abgehalten, um an die Bewachung des Heiligen Grabes in Jerusalem durch römische Legionssoldaten im Heiligen Land zu erinnern, die ein Entführen des Leichnams Christi verhindern wollten, um eine "vorgetäuschte" Auferstehung unmöglich zu machen.
In der Frömmigkeit der evangelischen Christen kommt dem Karfreitag ein besonderer Rang zu. Er gilt als höchster Feiertag, wichtigster Abendmahltag und natürlich als strenger Fasttag. Es ist der einzige Tag, an dem Theater, Kinos und Unterhaltungsstätten geschlossen haben, Radio und Fernsehen Wert. auf "ernste Musik" legen und werbefrei senden. Außerdem wird das Programm um 15 Uhr, der Sterbestunde Christi, für kurze Zeit unterbrochen und eine Gedenkminute abgehalten. Aktionen der Kath. Arbeiterjugend existieren seit den 80er Jahren nicht mehr.
Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




