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Silvester

Dieser Tag, der nach dem am 31. Dezember 335 verstorbenen Papst Silvester 1. benannt ist, gewann seine Bedeutung als Jahresschluss erst, als 1691 Papst Innozenz XII. Neujahr mit dem 1. Jänner festlegte. Mit Ausnahme der Dankgottesdienste blieb der Silvestertag kirchlicherseits bedeutungslos.

BLEIGIESSEN
Beim Bleigießen, das bereits für das Ende des 19. Jhs. bezeugt ist, wird in einem Löffel geformtes Blei über einer Kerzenflamme geschmolzen, rasch in kaltes Wasser geschüttet und die erstarrte Form gedeutet. Dieser Versuch, einen Blick in die Zukunft zu tun, wird jeweils dann unternommen, wenn ein neues Jahr - gleichgültig mit welchem Beginndatum - anbricht. Seitdem Silvester als Altjahrestag gilt, ist dieses Orakel für den 31. Dezember bezeugt. Davor aber galten dieselben Vorstellungen wie für die Rauhnächte.
Für die ländliche Bevölkerung galt dieses Kalendarium wenig, war doch der 31. Dezember die dritte und "spere" Rauhnacht als Tag "zwischen den Zeiten", wo geschossen und geräuchert wurde, wie während der ganzen Periode der Rauhnächte.

Die städtischen Feiern gelten als der Ursprung der Silvesterfeiern. Im Gegensatz zum weihnachtlichen Familienfest ist die Neujahrsnacht - und darauf beschränken sich Silvesterfeiern im wesentlichen - ein Fest der Geselligkeit.

Es werden regelrechte "Silvestermenüs" oder gar mehrtägige "Silvesterarrangements" angeboten, wozu häufig auch der Besuch einer Operette (v.a. "Fledermaus") gehört.

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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