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Nikolaus

Nikolaus
Nikolaus, Bischof von Myra (in der Nähe des heutigen Antalya), starb im Zuge der letzten Christenverfolgung unter Kaiser Galerius am 6. Dezember 343 oder 350.

GESCHENKE
Die traditionellen Geschenke wie Äpfel, Kletzen und Nüsse sind ursprünglich die Gaben des Herbstes gewesen. Sie wurden durch die Angebote auf sogenannten "Nikolomärkten" ergänzt, wie z. B. von jenem am Linzer Hauptplatz, der in dieser Form im wesentlichen bis zum 1. Weltkrieg bestand.

Seine Verehrung als Patron von Schülern, Seefahrern, Bäckern, Jungfrauen ... reicht bis ins 6. Jh. zurück und lässt sich zum Teil aus der Vielzahl von Legenden erklären, die ihn (weißbärtiger Bischof mit goldenen Kugeln auf einem Buch) als gütigen Bescherer und Wohltäter zeigen (drei goldene Kugeln als Aussteuer ermöglichten drei Jungfrauen die Heirat; drei ermordete und in einem Fass eingesurte Schüler wurden zum Leben erweckt).

NIKOLAUS und KRAMPUS
Im Mittelalter übliche Wahlen zum Kinderbischof in Klosterschulen mit anschließender Bescherung und Rügegericht - meist strafte nicht der Bischof, sondern sein Begleiter - lassen aber bereits die Spaltung seiner Funktion in loben/schenken und rügen/strafen erkennen. Mit dieser pädagogisch wirksamen Rolle scheint der Heilige als Brauchtumsgestalt in ältere, bereits vorhandene Bräuche (Umzüge mit Nigl, Habergeiß, Niglofrau ... ) so gut zu passen, daß er im Laufe unseres Jahrhunderts die Hauptrolle übernimmt, bzw. mit seinem Begleiter, dem Krampus/Teufel, alle anderen Gestalten verdrängte.

Die Personifizierung von guten und bösen Mächten bei den Mittwintergestalten entspricht eben in der Gegenüberstellung von Christus - Teufel bzw. Nikolaus - Krampus einem parallelen Kontrast. Allgemein galt der Abend des 5. Dezember als Termin für das Auftreten des hl. Mannes, dessen pädagogische Aufgabe bzw. die seiner begleitenden Schreckgestalten umstritten ist.

Steckten in den Verkleidungen früher zumeist junge Burschen (z. B. Zechenmitglieder), so kann man heute einerseits Familienangehörige bzw. Verwandte und die Kirche (v. a. die Kath. Jungschar mit ihrer "Nikolaus-Aktion"), bei der telefonisch ein Nikolaus bestellt und "geliehen" werden kann, als wichtigste Träger des Brauches bezeichnen.

Hier steht eindeutig der religiös-erzieherische Aspekt im Vordergrund. Der Krampus existiert dabei bestenfalls als Inbegriff des Bösen. Bei den Krampussen hingegen steht der Spaß an den durch den Schutz der Verkleidung ermöglichten Züchtigungen vor allem der Mädchen im Vordergrund: Das geht bis zu Einschränkungen und Verboten derartiger Gestalten von seiten der Behörde, die den Ausschreitungen nicht anders begegnen kann.

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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