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Barbara

Barbara
Nach der Legende sperrte der heidnische Vater seine Tochter Barbara in einen Turm, um sie vom christlichen Glauben abzubringen. Die frühchristliche Märtyrerin zählt zu den 14 Nothelfern und gehört seit dem 14. Jahrhundert zu den beliebtesten und am häufigsten dargestellten Heiligen (in Kirchen, auf Bauernmöbeln, auf Hinterglasbildern ... ).

BARBARAZWEIGE
Mit dem Weihnachtsmonat gingen zahlreiche Wettervoraussagen, Bauernregeln und Orakel einher, die die Zukunft betrafen. Das hängt mit dem bevorstehenden Jahresende und Neubeginn zusammen. So steckt man noch heute zu Barbara Obstzweige (v.a. Kirschen) oder seit einigen Jahren auch Forsythienzweige ins Wasser, die bis Weihnachten aufblühen sollen; je zahlreicher die Blüten, desto größer der Segen im kommenden Jahr, desto wahrscheinlicher eine Eheschließung. Wie weit solche abergläubische Vorstellungen aus der Zeit der Los- und Schicksalsnächte durch die reine Freude an der winterlichen Blütenpracht abgelöst worden sind, bleibe dahingestellt.

BARBARAFEIERN
An ihre Funktion als Schutzpatronin vor einem plötzlichen Tod, dem die Berg- und Hüttenarbeiter in ihrem gefahrvollen Beruf immer ausgesetzt sind, knüpfen die am 4. Dezember abgehaltenen Feiern an (z.B. Wolfsegg - Festgottesdienst, Barbarawürstel).

Seit für die VOEST 1955 ein eigener Betriebsseelsorger bestellt wurde, gestaltet die Christliche Betriebsgemeinde jährlich eine Barbarafeier in Form einer Messe mit zwei Schwerpunkten: dem Totengedenken für die Verunglückten und Verstorbenen des vergangenen Jahres und der Besinnung auf die Gegenwart. Gestaltet wird die Feier vom Pfarrer und Mitgliedern der Christlichen Betriebsgemeinde, sowie von verschiedenen Gruppen aus dem Werk.

Auch für die Artilleristen und Tunnelbauer, die an sich keine weiblichen Personen an ihrer Arbeitsstelle dulden, da sonst nach abergläubischen Vorstellungen die Arbeit eingestellt werden müßte und ein Unglück geschehen würde, gilt Barbara als Schutzpatronin.

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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