Christkindlmarkt

Noch dazu war für das Gesinde und die Dienstboten zu Weihnachten Zahltag, einer der wenigen Termine, zu denen sie ein bißchen Bargeld besaßen. Erst durch den wachsenden Bedarf an Spielzeug, der durch das Verständnis für die Kindheit im 19. Jh. geweckt worden war, kam den Christkindlmärkten größere Bedeutung zu.
Seit die Kaufhäuser nach dem 2. Weltkrieg die Rolle der Spielzeuglieferanten übernommen haben und mit ihren marktstandlähnlichen Weihnachtsboutiquen auch zu einer Einkaufsquelle für Christbaumschmuck geworden sind, versucht man, neue Attraktionen und weihnachtliche Stimmung auf den Märkten zu vermitteln. Gegen diese Entwicklung vor allem in den Städten und auch gegen das billige Angebot von Allerwelts-Kirtagswaren arbeiten Initiatoren von Adventmärkten in meist historischer Umgebung (z. B. seit 1976 "Garstener Advent", seit 1989 "Weinberger Advent", seit 1991 "Sighartinger Advent") mit Präsentationen traditionellen Handwerks, Kunsthandwerks, kulturellem Rahmenprogramm und weihnachtlichen Ausstellungen.
Genauso wie beim gemeinsamen Vorbild, dem Grafenegger Advent/NÖ kann man mit Tausenden auswärtigen Besuchern rechnen, die sich Kunstgewerbliches und Handgefertigtes im Rahmen eines Ausflugs etwas kosten lassen (z. B. 20.000 Besucher auf Schloss Weinberg im Jahr 1989!).
Schließlich zählen aber auch die von der Geschäftswelt und verschiedenen Vereinigungen organisierten kleinen Märkte und Verkaufsstände zum vertrauten Bild, wo die Kasse für einen karitativen Zweck klingelt (z.B. Punschhütte des Lions Club Linz, Weihnachtsbasar der Soroptimistinnen, ...).
Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0






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