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Weihnachtsbäckerei

Weihnachtsbäckerei
Zur vorweihnachtlichen Stimmung im häuslichen Bereich trägt ganz sicher vor allem die Herstellung von Weihnachtsbäckerei bei.

KEKS
Kein Weihnachtsfest ohne Vanillekipferl, Linzer Augen, Kokosbusserl oder Rumkugerln und etlichen anderen Sorten, um das Prestige der "perfekten Hausfrau" aufzupolieren, das sich seit der Biedermeierzeit verbreitete.

Erst in den letzten Jahren entziehen sich zunehmend Frauen diesem "Zwang" und begnügen sich mit gekauften, von zumeist für karitative Zwecke arbeitenden Vereinen angebotenen, "Kekssackerln" oder Kekstellern für Familie und Gäste.

KLETZENBROT
Eine eigene Rolle spielt das Kletzenbrot, das nicht über Klöster und das Bürgertum tradiert wurde, sondern aus dem bäuerlichen Bereich stammt. Das Kletzenbrot, das aus allen um diese Jahreszeit verfügbaren Früchten bereitet wurde, galt ebenso wie das Störibrot (vom althochdeutschen Stere = Kraft?) noch bis zum 2. Weltkrieg als Zubuße zur Entlohnung der Dienstboten und neben einem praktischen Geschenk als Weihnachtsgabe. Aber nicht nur die Menschen bekamen zu Weihnachten ein Kletzenbrot, auch dem Vieh wurde ein eigenes"Viehstöri" gebacken.
Natürlich spielen dabei verschiedene Komponenten eine Rolle wie das Bewußtsein um Tradierung nostalgischer Gefühle durch die Verwendung alter Familienrezepte, der Geruch von Gewürzen, wie sie in erster Linie zu Weihnachten Verwendung finden und die verstärkte familiäre Kommunikation von Mutter und Kindern beim gemeinsamen Keksausstechen.

LEBKUCHEN
Neben dem Backen in der Familie existiert seit altersher die gewerbsmäßige Herstellung käuflicher weihnachtlicher Süßigkeiten. Lebkuchen aus Honig und dunklem Mehl musste durch wochenlange Lagerung zur Gärung gebracht werden, wurde von Lebzeltern, die seit dem 14. Jh. eine eigene Zunft hatten, sorgfältigst geformt, meist mit Hilfe von Backmodeln aus Holz, wie sie zahlreich in Museen auch aus dem 17. und 18. Jh. vorhanden sind.

Als im 19. Jh. gesundheitliche Bedenken gegen die Zuckerfarben aufkamen, erlebten Oblaten zum Bekleben von Lebkuchen eine Blüte. Außerdem ermöglichten sie Massenproduktionen, wie sie uns noch heute bei Nikolaus- und Krampusfiguren begegnen.

Nach der am 23. 12. 1893 erfolgten Uraufführung von Engelbert Humperdincks Oper "Hänsel und Gretel", zog, durch die alljährlichen Weihnachtsaufführungen, das Motiv des Knusperhäuschens oder Pfefferkuchenhauses in die Backstuben der Konditoren und schließlich auch in Kochbüchern ein.

Und wenn schon kein ganzes Häuschen, so findet sich heute doch kaum ein Keksteller ohne den mit Mandeln verzierten Lebkuchen.

Auszug aus dem Buch "Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus - Oberösterreichische Bräuche im Jahreskreis" von Andrea Euler-Rolle; erschienen im Landesverlag, ISBN 3-85214-591-0




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