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LINZ - Entlang der Donau

Obwohl die Donau einst Linz wichtigste Handelsstrasse mit Umschlag- und Anlegeplätzen aller Art war, haben die Uferzonen nach Jahren der Vernachlässigung erst kürzlich wieder neue Bedeutung erlangt. Unter dem Titel "Kulturmeile" ist sukzessiv ein städtischer Lebensraum entstanden, der mit den Bereichen Kultur, Erholung, Freizeit und in weiterer Folge Gewerbe, Handel und Industrie eindrucksvoll die Ambivalenz der Linzer Stadtkultur widerspiegelt.

Auswahl, Text: Veronika Müller
01 Südflügel Schlossmuseum 2006-2009
Tummelplatz 10, 4020 Linz, A
HoG Architektur

"Panoramadeck"

Lange Jahre funktionierte das Linzer Schloss quasi als Enklave in der Stadt, denn über Nacht schlossen sich die Tore; der Ort wurde zum weißen Fleck auf der Stadtkarte. Ein neuer Museumstrakt, an Stelle des 1800 abgebrannten Südflügels errichtet, erweitert nun das Raumkontingent des Museums und lässt das Schloss vom Musentempel zur kulturellen Fußgängerzone werden. Indem der Baukörper scheinbar über der alten Schlossmauer schwebt, entsteht darunter ein neuer städtischer Platz, der unabhängig vom Museum besucht werden kann, mit einer Gastronomie ausgestattet ist und einen bis dahin nur wagemutigen Mauerkletterern zugänglichen Stadtblick freigibt.

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02 Ars Electronica Center 2006-2008
Hauptstraße 2, 4040 Linz, A
TREUSCH architecture

"Spielconsole"

"Brauchen Digital Arts noch den realen Raum?", dieser Frage wird hier mit einem eindeutigen "Ja", beantwortet. Gilt es doch diese Kunst auch zu vermitteln; und dabei spielt die Architektur eine nicht unwesentliche Rolle. Der Umbau des AEC stellt das Spielerische der neuen Medien in den Mittelpunkt und ist so angelegt, durch eine Vielfalt unterschiedlichster Räume, Nischen und Oberflächen eine Vielzahl an Bespielungsmöglichkeiten zuzulassen. Ein Konzept, dass sich auch im Außenraum wiederholt: das über den Ausstellungshallen liegende öffentliche Maindeck garantiert nicht nur den Anrainern weiterhin ungehinderten Ausblick auf die Donau, sondern lädt zur Bespielung ein.

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03 Lentos Kunstmuseum 1998-2003
Ernst-Koref-Promenade 1, 4020 Linz, A
Weber + Hofer AG

"Landmark"

2003 eröffnet, beherbergt das Lentos Kunstmuseum nicht nur eine umfangreiche Sammlung aus den Bereichen Malerei, Skulptur und Objektkunst, sondern scheint dazu gebaut den Blick der BesucherInnen zu richten - auf die ausgestellte Kunst ebenso, wie auf städtische Leitmotive. Besonders erwähnenswert: die große Ausstellungshalle im Obergeschoss, die mittels einer durchlaufenden Glasdecke so viel gleichmäßiges Licht in den Raum bringt, dass auf künstliche Zusatzbeleuchtung weitgehend verzichtet werden kann. Und der 60 Meter lange, stützenfreie gedeckte Freibereich, der sowohl Foyer als auch Skulpturenhalle und Stadtplatz ist.
Übrigens darf das Lentos den Anspruch erheben das Erste der mittlerweile fast inflationär errichteten "Leuchtarchitekturen" zu sein, die des nächtens an der Linzer Donau ein fast disneyhaftes Spektakelambiente zaubern.

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04 Brucknerhaus
Untere Donaulände 7, 4020 Linz, A
Kajia und Heikki Sirén

Mit seiner schlichten Form und der unbedingten Orientierung auf die Umgebung ist das Brucknerhaus einer der Klassiker des modernen Bauens in Linz. Vom zweigeschossigen Foyer an der Außenseite des Kreissegments eröffnet sich ein Panoramablick auf den Linzer Stadtteil Urfahr und den Pöstlingberg.
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05 Parkbad 2006-2008
Untere Donaulände 11, 4020 Linz, A
Riepl Riepl Architekten, Johannes Kaufmann

"Kurort"

1929-1931 errichtet war das Parkbad lange Zeit Teil eines zwar umfassenden, aber eher zusammenhaltlosen Freizeitareals. Im Zuge der Erweiterung des Bades und der benachbarten Eislaufhalle wurde diesem Missstand im wahrsten Sinne des Wortes ein Riegel vorgesetzt. Ein 170 Meter langer Baukörper aus rotem Sichtbeton verbindet die Einzelteile zu einem Ganzen, bietet Platz für einen modernen Wellnessbereich und eine neue Eissporthalle und spielt mit dem Wechsel von Offenheit und Geschlossenheit. Entstanden ist ein urbanes Freizeitangebot, dass in der Gestaltung nicht das Erlebnis, sondern den Erholungswert in den Vordergrund stellt. Und sich durchaus auch als bewusste Alternative zu den Thermenbädern im oberösterreichischen Umland versteht.

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06 Austria Tabakwerke 1929-1935
Untere Donaulände 74, 4020 Linz, A
Peter Behrens, Alexander Popp

"Klassiker Nr. 2"

Die Austria Tabakwerke sind nicht nur durch ihre eindrucksvolle ans Monumentale grenzende Bauforum ein herausragendes Beispiel der Industriearchitektur. Als erster umfangreicher Stahlskelettbau in Österreich errichtet, zeichnet sich der Bau vor allem durch die technische Anpassung (Baumaterialien, Detailausbildung) an die speziellen bauphysikalischen Anforderungen der Produktion und durch die hohe Raumqualitäten (Belichtung) der Arbeitsbereiche aus.

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07 Voest Alpine Stahl Service Center 2004-2005
Industriezeile, 4020 Linz, A
x architekten

"Umschlagplatz"

Thematisch zwischen Funktionalität und Cooperate Identity angesiedelt ist diese Produktions- und Lagerhalle die verkehrstechnische Schnittstelle zwischen Straßen- Schienen- und Wasserverkehr. Die Verwendung des firmeneigenen Materials Stahl ist hier obligatorisch. Ansonsten präsentiert sich die Halle als schlichter Kubus, lediglich das weitauskragende Vordach ist eine Geste die, über die reine Zweckmäßigkeit hinausgehend, dem Gestaltungswillen von Bauherrn und Planern nachkommt.

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08 Hafenhalle 09 2008
Industriezeile 41a, 4020 Linz, A
Riepl Riepl Architekten

"Spanschachtel"

Als temporäre Veranstaltungslocation für die Dauer der Kulturhauptstadt errichtet, ist diese Halle vor allem eines: funktional. Eine Tragkonstruktion aus Leimbindern, einer Fassade aus Brettschichtholz und eine Dachkonstruktion aus vorgefertigten Holzriegelelementen; das Ganze überzogen mit einer schwarzen Dämmfolie, fertig. Doch obwohl es so scheint, als wäre auf die üblichen prägenden Aspekte wie Lichteinfall, Details, ? zugunsten einer raschen Errichtung (2½ Wochen Montagezeit) und niedriger Kosten verzichtet worden, lebt der Bau von ausgetüftelten Raumzuschnitten und dem anheimelnden Geruch des eingesetzten Holzes. Und so präsentiert sich die Hafenhalle 09 den Besuchern als rohe Spanschachtel mit dem ganz einzigartigen Charme eines Provisoriums.

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