Oberösterreich = Kultur

Gestalten, fördern, Weichen stellen – auf diesen Säulen ruht das Kulturland Oberösterreich:
- Gestalten, das bedeutet Akzente setzen, Identität stärken und Schwerpunkte in der Kulturarbeit definieren.
- Landesweit, in allen Regionen ein lebendiges Kunst- und Kulturerlebnis ermöglichen, Innovation unterstützen und Qualität vorantreiben, das steht hinter dem Schwerpunkt der umfassenden Kulturförderung. Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei das zeitgenössische Schaffen, die Bildende Kunst, Literatur und darstellende Kunst, Musik, Denkmalpflege und Museumsförderung sowie Volkskultur.
- Und schließlich Weichen stellen: Weichen, auf denen sich das Kulturland Oberösterreich im 21. Jahrhundert gut entwickeln kann.
Kontinuität und Veränderung – das sind Eckpfeiler des oberösterreichischen Kulturgeschehens. Tradition und Innovation sind die beiden Pole, die produktive Spannung erzeugen und ständige Weiterentwicklung garantieren.
Die Entwicklung des Kulturlandes Oberösterreich spiegelt sich in aktuellen Zahlen wider:
Seit 1945 wurden 28 Landesausstellungen mit insgesamt mehr als sechs Mio. Besucherinnen und Besuchern durchgeführt. Im Schnitt haben also rd. 230.000 Menschen eine Landesausstellung besucht. Ein erfolgreicher Weg, der auch in Zukunft fortgesetzt wird. Die Landesausstellung 2010 findet in Schloss Parz bei Grieskirchen statt, das zu den architektonisch bedeutendsten Renaissanceschlössern Oberösterreichs zählt. Sie trägt den Titel "Renaissance und Reformation". 2012 und 2013 folgen zwei grenzüberschreitenden Projekte: 2012 gemeinsam mit Bayern zum Thema "Habsburger und Wittelsbacher" in Ranshofen, Mattighofen und Burghausen. 2013 mit Tschechien "Hopfen, Malz und Cyberspace" in Freistadt, Leonfelden, Hohenfurth und Krumau.
Das Kulturleben des Landes wird zu einem erheblichen Teil von einer Basisbewegung getragen: Im Lande arbeiten ca. 250 Galerien und Künstlerateliers, 15 Künstlervereinigungen mit 750 Mitgliedern, zehn Literaturvereinigungen mit 350 Mitgliedern, vierzig Musikfestivals mit 65.000 Besuchern, 25 Konzertreihen mit 40.000 Besuchern, 15 Theaterfestivals mit 25.000 Besuchern, achtzig Kulturvereine mit 16.000 Besuchern, 500 Musikkapellen mit 16.000 Mitgliedern und 250 Chöre mit 10.000 Mitgliedern.
Besondere Akzente setzt das Kulturland Oberösterreich bei Angeboten für Kinder und Jugendliche. Ein Schwerpunkt in diesem Bereich ist das Kinder- und Jugendtheaterfestival Schäxpir, das 2011 zum sechsten Mal stattfinden wird.
Ein Leitmotiv, das Kultur in Oberösterreich in den letzten Jahren besonders geprägt hat, ist "Oberösterreich baut Kultur". 250 Millionen Euro investiert das Land in große, zentrale Kulturbauten in der Landeshauptstadt Linz, ein Signal für die Kultur, das Europa weit einzigartig ist. Gebaut wird aller Orten: der Südtrakt des Linzer Schlossmuseums öffnet nicht nur symbolisch einen ganz neuen Blick über die Landeshauptstadt Linz. Das Landhaus, seit Jahrhunderten das Zentrum der Landespolitik, erstrahlt in neuem Glanz. In der Landesbibliothek ist durch die Sanierung und Erweiterung ein moderner, zeitgemäßer Ort des Wissens und Lesens entstanden. Dazu kamen und kommen viele weitere Bausteine.
Eine wesentliche Investition führt direkt zum Musikland Oberösterreich: der Neubau des Musiktheaters, mit dem Oberösterreich ein Theater für das 21. Jahrhundert erhält, einen zeitgemäßen Produktions- und Aufführungsort für das Musikland. Musik ist in Oberösterreich nicht nur Theater, Musik ist Lebensfreude, Musik prägt das Land. Die Basis dafür sind die Landesmusikschulen – auch das ein Europa weit einzigartiges Netzwerk der musischen Bildung - mit ihren mehr als 60.000 Schülerinnen und Schülern, Jugendzentren im besten Sinn des Wortes. An der Spitze des Musiklandes steht die Anton Bruckner Privatuniversität des Landes, eine erfolgreiche Privatuniversität, die in den nächsten Jahren ebenfalls neue Räumlichkeiten erhalten wird. Doch was wäre das Musikland ohne das Bruckner Orchester. Unter der Leitung von Dennis Russell Davies der musikalische Botschafter des Landes weltweit.
Geschichtslosigkeit ist Gesichtslosigkeit: Oberösterreich stellt sich bewusst der Verantwortung, die dem Land aus seiner Geschichte erwächst. In diesem Zusammenhang steht ein großes Forschungsprojekt des OÖ. Landesarchivs, in dessen Rahmen die Zeit des Nationalsozialismus umfassend wissenschaftlich aufgearbeitet wurde. Die Gründung der Stiftung Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim 2005 ist ein wichtiger Meilenstein in dieser zeitgemäßen, Identität stiftenden Kultur- und Gedenkarbeit: geht es doch nicht nur um das Erinnern an die menschenverachtenden Verbrechen, die an diesem Ort geschehen sind. Wesentlich ist auch, aktuelle Fragen nach der Wertigkeit des menschlichen Lebens zu diskutieren, eine Aufgabe, der im Rahmen internationaler Konferenzen nachgekommen wird.
Das Kulturland Oberösterreich stand 2009 Europa weit besonders in der Auslage: die Landeshauptstadt Linz war europäische Kulturhauptstadt, das ganze Land hat davon profitiert. Linz09 war und ist ein Zeichen für die Weltoffenheit der oberösterreichischen Kulturarbeit, ein Impuls, der neue Akzente in der grenzüberschreitenden Vernetzung der oberösterreichischen Kultur gesetzt hat, und der in die Zukunft fortwirken wird.
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